Töpferscheibe

Töpferscheiben

Das älteste Handwerk in der Geschichte der Menschheit


Wohl kaum ein anderes Handwerk der Menschheitsgeschichte kann so weit zurückverfolgt werden wie die Kunst des Töpferns. Aus Lehm wurden schon seit Menschengedenken Gefäße hergestellt, und so lag es nahe, dass auch die Töpferscheibe von den Menschen erfunden werden musste. Die Töpferscheibe ist eine der ältesten Erfindungen der Menschheit, und Funde beweisen diesen Tatbestand, denn schon im Jahre 3000 v. Chr. wurden demnach in Mesopotamien Töpferscheiben hergestellt und zur Herstellung von Tongefäßen benutzt.

Es gibt aber noch ältere Funde aus Indien, die auf das Jahr 5000 v. Chr. datiert wurden. Die Funde sind nicht sehr zahlreich, aber auf Darstellungen aus dem alten Ägypten sind wiederholt Töpferscheiben, auch mit Fußbetrieb, festgehalten worden. Der Antrieb wurde mit den Füßen betrieben und dazu zwei Scheiben mit einer senkrechten Achse verbunden. Auf der oberen Scheibe wurde dann mit dem Material Ton gearbeitet und auf der unteren mit den Füßen die Scheiben in Drehung versetzt. So war es dem Töpfer möglich die Töpferscheibe mit den Füßen in Bewegung zu halten, um die Gefäße besser zu formen, und mit den Händen den Ton zu bearbeiten.

Töpferscheibe

Altertum und Moderne


Obwohl im Grunde genommen die Töpfer noch genauso arbeiten, wie ihre Vorgänger von Tausenden von Jahren, hat es doch auch Entwicklungen gegeben, die die Töpferkunst nachhaltig verändert haben.
Moderne Töpferscheiben werden natürlich elektrisch betrieben und haben zwei grundlegende Funktionen. Einmal die langsam drehende Töpferscheibe, mit der man den Aufbau eines Stückes gestalten kann, zum Beispiel beim Erstellen von Keramiken aus mehreren Tonstücken.

Zum anderen die schnell drehende Töpferscheibe, die es ermöglicht die Technik des „Hochziehens“ auszuführen. Hier ist gemeint, dass aus einem einzelnen Tonklumpen durch die Drehungen der Scheibe mit den Fingern in die Höhe gezogen wird. Bei dieser Technik entstehen sehr glatte und gleichmäßige Wände am Gefäß und die Herstellung wird ungemein beschleunigt durch die Geschwindigkeit der Töpferscheibe. Auch können mit der schnellen Töpferscheibe sehr viel regelmäßigere und auch symmetrische Formen entwickelt werden.

Ton, Töpferscheibe und Brennofen


Das wichtigste Arbeitsmittel beim Töpfern ist neben dem Material Ton und der Töpferscheibe ein Brennofen, in dem die fertigen Teile gebrannt werden können.

Damit sich die gefertigten Tonstücke nicht wieder verformen und damit man sie als Gebrauchsgeschirr verwenden kann, muss der Ton auf eine Temperatur von 650 bis 800 Grad ausgesetzt werden. Dieser Prozess ist notwendig, damit das Wasser, welches chemisch im Ton gebunden ist beim Brennvorgang verdampfen kann. Vor Tausenden von Jahren hatten die Töpfer natürlich Schwierigkeiten eine so große Temperatur zu erzeugen, aber der Erfindergeist machte seine Entdeckungen, obwohl es natürlich sehr mühsam war und sehr aufwendig einen solchen Ofen zu bauen, und das notwendige Brennmaterial herbeizuschaffen.

Töpferscheibe und Brennofen

Meist wurden dazu Erdmulden gebaut, um die Wärme besser herstellen und speichern zu können, und um auch die Brandgefahr zu verringern. Später kamen dann gemauerte Öfen hinzu, bei denen ebenfalls die Brandgefahr gering war und man das Feuer kontrollieren und Einfluss nehmen konnte. Ein weiterer großer Vorteil von gemauerten Öfen war, dass man die Tonware vom Feuer richtig trennen konnte. Dieser Ofen wurde aber noch zeitlich vor der Töpferscheibe erfunden. Mit diesen Errungenschaften wurde auch die Ware immer besser, die Töpfer herstellten.

Die Öfen wurden immer größer gebaut und es konnten immer mehr Gefäße gebrannt werden. Später dann wurde der richtige Töpferofen erfunden, denn in den alten Brennöfen war man sich nie so sicher, wie die Ware nach Brennen aussah. Mit einem Ofen, der mit einer niedergehenden Flamme arbeitet, konnten viel bessere Ergebnisse bei den Tongefäßen erzielt werden. Die Ware veränderte demnach nicht mehr so sehr ihr Aussehen und ihre Größe. Die Feuerstelle lag bei diesem Ofen nicht mehr unter dem Gut sondern daneben und der Ton konnte mehr oder weniger von oben ausgetrocknet werden. Das war die Lösung für die Probleme, die es zuvor immer beim Brennen gab.

Wie geht das mit dem Töpferscheibe?


Das Material mit dem Töpfer arbeitet ist Ton und die Hände sind sein unentbehrliches Arbeitsmittel dafür. Mit den Händen muss der Töpfer dem Ton auf der Scheibe die Form geben, die er sich vorgestellt hat oder die ihm in Auftrag gegeben wurden. Das Schwierige dabei ist es den Ton auf der Töpferscheibe zu zentrieren, denn er muss völlig rund laufen, sonst wird das Endprodukt schief. Danach muss das laufende Tonstück aufgebrochen werden, das heißt, es muss in der Mitte ein Loch hineingedrückt werden, um das herum die Wände des Stückes hochgezogen werden.

Töpferscheibe - Funktionsweise

Mit viel Geschick und Können aber Erfahrung und Talent des Töpfers können so Kunstwerkes entstehen, aber auch Gebrauchsgegenstände, die seit Jahrtausenden von Menschen im Alltag benutzt werden. In dieser Weise entstehen unter anderem Teller und Tassen sowie Vasen und Schüsseln. Es gibt beim Töpfern auch die Möglichkeit der Gießens, das eine sehr alte Technik ist, bei der mit einem Abdruck gearbeitet wird. Es wird ein Modell gebau, das dem fertigen Tonstück entspricht und hiervon wird eine Gussform gemacht.

Von dieser Gussform konnten dann viele Tonstücke auf einmal und recht schnell geformt werden. Da diese Gussformen aber ebenfalls sehr schnell verschließen waren, war dies auch keine endgültige Lösung in der Töpferkunst. Die Kunst der Tonbemalung sei auch kurz erwähnt. Hierfür wurden Federkiele oder auch Glasröhrchen benutzt, um die Tongefäße bunt anzumalen und zu verschönern. Auch diese Techniken wurden mit der Zeit immer mehr verfeinert, bis hin zur heutigen Glasur.

Der Ton im Feuer


Wenn der Brennofen verschlossen wurde, lieferte der Töpfer seine Kunstwerke dem Feuer aus und wusste nicht so genau, was da aus dem Brennofen wieder herauskam. Kleine Luftblasen im Ton konnten schon über das Ergebnis entscheiden, denn mit ihnen bildeten sich beim Brennen im Ofen kleine Risse, die dann zur Folge hatten, dass das Kunstwerk unter Umständen zunichte gemacht war.

Erst beim Öffnen des Brennofens konnte man früher dann sagen, ob die Ladung das Brennen gut überstanden hatte oder nicht. Es wurden alte Öfen ausgegraben bei archäologischen Grabungen, bei denen bis zu 10.000 Gefäße in einem Ofen gleichzeitig gebrannt wurden. So wurde damals schon im Akkord gearbeitet, um zu Beispiel große Mengen Tafelgeschirr in kürzester Zeit zu produzieren.